Vom 23.11.2024 – 6.4.2025 wird in der Neuen Nationalgalerie die Ausstellung Nan Goldin. This Will Not End Well gezeigt.
Nan Goldin wurde 1957 in Washington geboren. Die Ausstellung zeigt Dias und Filme, die sie seit den 70er Jahren aufgenommen und für die Ausstellung arrangiert hat. Aus der Pressemitteilung:
Die Ausstellung umfasst folgende Arbeiten: Goldins Hauptwerk „The Bal-
lad of Sexual Dependency“ (1981-2022); „The Other Side“ (1992-2021),
ein historisches Porträt als Hommage an die Trans-Freund*innen der
Künstlerin, die sie von 1972 bis 2010 fotografiert hat; „Sisters, Saints and
Sibyls“ (2004-2022), ein Zeugnis über das Trauma von Familien und
Selbstmord; „Fire Leap“ (2010-2022), ein Streifzug durch die Welt von
Kindern; „Memory Lost“ (2019-2021), eine klaustrophobische Reise durch
den Drogenentzug; und „Sirens“ (2019-2020), ein Trip in die Drogen-
Ekstase.
„Sister, Saints und Sibyls“ zeigt den Einfluss, den der Selbstmord der älteren Schwester wohl auf das Leben Nan Goldins hatte. Auch Nan Goldin durchlebte schwere psychische Krisen, die in den Bildern zum Ausdruck kommen. Mit brutaler Direktheit werden Selbstverletzungen, wie z.B. das Ausdrücken brennender Zigaretten auf dem eigenen Arm dokumentiert.
Zwischen den Zeilen werden Vorwürfe an Nan Goldins Mutter bemerkbar. So schildert sie, dass die Mutter von der älteren Schwester beim Sprechen lernen erwartete, dass sie immer in ganzen Sätzen sprechen solle. Mit 1 1/2 Jahren hörte die Schwester dann ganz auf zu reden. Die Schwester wurde zu einem Psychiater geschickt. Nan Goldin merkte dazu an, dass man vielleicht besser die Mutter hätte schicken sollen. Ihre ältere Schwester erzählte Nan Goldin, dass der Psychiater prognostiziert hätte, dass Nan Goldin die gleiche Entwicklung nehmen würde wie sie.
Das Leben im Drogen- und Transsexuellen Milieu zeigt Nähe und doch gemeinsame Verlorenheit zwischen den gezeigten Personen. Es ist wohl die Offenheit, mit der Nan Goldin auch die Schattenseiten ihres bewegten Lebens dokumentiert, die ihr die Anerkennung in der Kunstwelt gebracht hat und immer noch bringt.
Nan Goldin ist auch heute noch streitbar. Die Eröffnung der Ausstellung war von Kontroversen um den Gaza Krieg begleitet. Hier bezieht Nan Goldin klar Stellung und kritisiert das Vorgehen Israels im Gaza Streifen.